Erfahren Sie mehr über die Aktualisierung der Norm UL 1449 für Überspannungsschutzgeräte (SPDs). Diese enthält nun zusätzliche Prüfanforderungen für Produkte in feuchten Umgebungen, hauptsächlich Tests unter konstanten Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen. Lernen Sie, was ein Überspannungsschutzgerät ist und was eine feuchte Umgebung ausmacht.
Überspannungsschutzgeräte (auch Überspannungsschutzgeräte, SPDs genannt) gelten seit jeher als wichtigster Schutz für elektronische Geräte. Sie verhindern Spannungsspitzen und -schwankungen und schützen so die angeschlossenen Geräte vor Schäden durch plötzliche Stromstöße. Ein Überspannungsschutzgerät kann ein eigenständiges, komplett entwickeltes Gerät sein oder als Komponente in die elektrischen Anlagen des Stromnetzes integriert werden.

Wie bereits erwähnt, werden Überspannungsschutzgeräte auf verschiedene Weise eingesetzt, sind aber in puncto Sicherheitsfunktionen stets von entscheidender Bedeutung. Die Norm UL 1449 ist eine Standardanforderung, die Fachleuten heutzutage bei der Marktzulassung bekannt ist.
Angesichts der zunehmenden Komplexität elektronischer Geräte und ihrer Anwendung in immer mehr Branchen, wie z. B. LED-Straßenbeleuchtung, Eisenbahnen, 5G, Photovoltaik und Automobilelektronik, nehmen der Einsatz und die Entwicklung von Überspannungsschutzgeräten rasant zu, und die Industriestandards müssen natürlich auch mit der Zeit gehen und auf dem neuesten Stand bleiben.
Definition einer feuchten Umgebung
Ob es sich nun um NFPA 70 der National Fire Protection Association (NFPA) oder den National Electrical Code® (NEC) handelt, der Begriff „Feuchtraum“ ist wie folgt klar definiert:
Standorte, die vor Witterungseinflüssen geschützt sind und keiner Sättigung mit Wasser oder anderen Flüssigkeiten ausgesetzt sind, aber einem mäßigen Feuchtigkeitsgrad unterliegen.
Im Einzelnen zählen Zelte, offene Veranden, Keller oder Kühlhäuser usw. zu den Orten, die laut Bauordnung „mäßiger Feuchtigkeit ausgesetzt“ sind.
Wird ein Überspannungsschutz (z. B. ein Varistor) in einem Endprodukt installiert, geschieht dies höchstwahrscheinlich, weil das Endprodukt in einer Umgebung mit schwankender Luftfeuchtigkeit installiert oder verwendet wird. Dabei muss berücksichtigt werden, ob der Überspannungsschutz in einer solchen feuchten Umgebung die Sicherheitsstandards der allgemeinen Umgebung erfüllen kann.
Anforderungen an die Produktleistungsbewertung in feuchten Umgebungen
Viele Normen fordern ausdrücklich, dass Produkte eine Reihe von Zuverlässigkeitstests bestehen müssen, um ihre Leistungsfähigkeit während des gesamten Produktlebenszyklus zu überprüfen. Dazu gehören beispielsweise Tests bei hohen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit, Temperaturschocks, Vibrationen und Falltests. Bei Tests in simulierten feuchten Umgebungen werden vor allem Tests mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit durchgeführt, insbesondere der sogenannte „Doppel-85-Test“ bei 85 °C und 85 % relativer Luftfeuchtigkeit sowie die Kombination dieser beiden Parametersätze bei 40 °C und 93 % relativer Luftfeuchtigkeit.
Der Test unter konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit zielt darauf ab, die Lebensdauer des Produkts durch experimentelle Methoden zu verlängern. Er ermöglicht eine gute Bewertung der Alterungsbeständigkeit des Produkts und berücksichtigt dabei unter anderem, ob das Produkt in einer speziellen Umgebung Eigenschaften wie Langlebigkeit und geringen Verschleiß aufweist.
Wir haben eine Branchenumfrage durchgeführt. Die Ergebnisse zeigen, dass viele Hersteller von Endgeräten Anforderungen an die Temperatur- und Feuchtigkeitsprüfung von Überspannungsschutzgeräten und intern verwendeten Komponenten stellen. Da die UL-1449-Norm zu diesem Zeitpunkt keine entsprechende Regelung enthielt, müssen Hersteller nach Erhalt des UL-1449-Zertifikats zusätzliche Tests selbst durchführen. Ist ein Zertifizierungsbericht eines Drittanbieters erforderlich, wird die Durchführbarkeit dieses Prozesses zusätzlich erschwert. Darüber hinaus stellt sich bei der UL-Zertifizierung von Endgeräten häufig die Problematik, dass die intern verwendeten druckempfindlichen Komponenten nicht im Anwendungstest für feuchte Umgebungen geprüft werden, sodass eine zusätzliche Bewertung erforderlich ist.
Wir verstehen die Bedürfnisse unserer Kunden und sind entschlossen, ihnen bei der Lösung der im praktischen Betrieb auftretenden Probleme zu helfen. UL hat den Aktualisierungsplan für die Norm 1449 eingeführt.
Dem Standard wurden entsprechende Prüfanforderungen hinzugefügt.
Die Norm UL 1449 wurde kürzlich um Prüfanforderungen für Produkte in Feuchträumen erweitert. Hersteller können diese neue Prüfung bei der Beantragung der UL-Zertifizierung in den Prüfkatalog aufnehmen lassen.
Wie bereits erwähnt, wird bei der Prüfung der Eignung für Anwendungen in feuchter Umgebung hauptsächlich ein Test mit konstanter Temperatur und Luftfeuchtigkeit durchgeführt. Im Folgenden wird das Testverfahren zur Überprüfung der Eignung eines Varistors (MOV) bzw. einer Gasentladungsröhre (GDT) für Anwendungen in feuchter Umgebung beschrieben:
Die Testmuster werden zunächst einem Alterungstest unter hohen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen über 1000 Stunden unterzogen. Anschließend wird die Varistorspannung des Varistors bzw. die Durchbruchspannung der Gasentladungsröhre verglichen, um zu bestätigen, ob die Überspannungsschutzkomponenten auch in feuchter Umgebung über einen langen Zeitraum ihre ursprüngliche Schutzleistung beibehalten.
Veröffentlichungsdatum: 09. Mai 2023
